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Das Göhltalviadukt

Heimatgeschichte

Völlig zerstört im Mai 1940, wurde das Göhltalviadukt im Dezember 1940 durch deutsche Truppen zum Leben erweckt, doch damit nicht genug...

In meiner freien Zeit gehen natürlich einige Stunden an der Gestaltung und Aktualisierung meiner Webseite drauf. Der PC im Büroraum oben ist hierfür wie geschaffen. In Momenten des Gedenkens schaue ich dann gerne mal aus dem Fenster raus. Sie glauben gar nicht, welch' toller Anblick mir dabei geboten wird. Zugegeben: ich muss mich dann doch etwas mehr aus dem Fenster lehnen, um das sehen zu bekommen, was Fanatiker des Zweiten Weltkrieges halt gerne sehen, sobald sie mit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert werden. In meinem Fall ist's das Göhltalviadukt, leider blieb auch dieses nicht vom Zweiten Weltkrieg verschont...

Das Göhltalviadukt, auch Viadukt von Moresnet genannt, ist die längste Brücke der Belgischen Eisenbahn. Seit der völligen Renovierung im Jahr 2004 werden 70 % des Güterverkehrs zwischen der Hafenstadt von Antwerpen (einst strategisch wichtige Stadt für die Versorgung der amerikanischen Truppen) und Deutschland über das Viadukt geführt. Es verbindet sozusagen die Bahnhöfe Aachen-West mit dem großen Güterbahnhof Montzen (von meinem Wohnsitz aus gesehen ein Katzensprung).

Nach zahlreichen Verhandlungen fanden die Belgier und Deutschen dann doch eine Einigung zum Bau der Brücke, sodass im Jahre 1903 eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde. Zum Zeitpunkt des Beginns des Ersten Weltkriegs im Jahre 1914 waren die Arbeiten zum Bau des Göhltalviadukts jedoch immer noch nicht in Angriff genommen worden. Die Deutschen ergriffen daher die Initiative und bauten die Brücke selbst. Als Teil der Strecke von Aachen nach Tongeren sollte das Viadukt Truppen- und Materialtransporte in Richtung flämischer Front ermöglichen. Am Bau beteiligt waren 12.000 Arbeiter, darunter auch russische Kriegsgefangene.

Wie das Schicksal
es wollte, sollte auch dieses Viadukt nicht ohne Sprengung davonkommen, Schuld daran hat der Zweite Weltkrieg. Tatsächlich gelang es einem bel- gischen Kommando am 10. Mai 1940, also am Tag des Einmarschs der deutschen Truppen in Belgien, wir er- innern uns, einen Pfeiler und zwei Stahltafeln (insgesamt setzt sich das Viadukt aus 22 Stahltafeln zusammen) quasi vor der Nase der Deutschen, die sich gerade unten im Dorf eingenistet hatten, wegzusprengen (Gerüchten zufolge soll sogar durch Fernbeschuss versucht worden sein, dort etwas zu erreichen, jedoch schien dies nicht viel gebracht zu haben).

Schnell fingen die Deutschen mit dem Wiederaufbau der Brücke an, denn aus militärischer Sicht war sie absolut notwendig. Am 16. Dezember 1940 wurde sie für den Eisenbahnverkehr und somit für die militärischen Trans- porte wieder freigegeben.

Während des Zweiten Weltkriegs sicherten zwei Flug- abwehrkanonen, kurz FLAK, die Brücke vor Luftangriffen.

Nachdem die Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie gelandet waren, schien sich ein Ende dieser Situation abzuzeichnen. Jedoch waren es dieses Mal die deutschen Truppen selbst, die die Brücke in die Luft jagten, ver- ständlicherweise, schließlich befanden sie sich im Rück- zug. Aber nicht nur das Viadukt auch andere Brücken in der Nachbarschaft wurden zerstört.

Fünf Jahre waren nötig die Schäden zu beheben, Hun- derte von Arbeitern waren damit beschäftigt, eine Person fand damals den Tod.

Das Göhltalviadukt ist die längste Brücke im Belgischen Eisenbahnverkehr. Es erstreckt sich über eine Länge von 1.107 Metern, über das Tal der Göhl erreicht sie eine Höhe von 58 Metern. Die Brücke heute:


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